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Prekäre Beschäftigung darf keine Normalität werden



»» Information 0236 | 001 | 4 März 2011 ««

"Ohne reguläre Arbeit gibt es keine gesellschaftliche Teilhabe. Das zeigt der aktuelle Bericht des IAB.



Wir dürfen uns nicht an prekäre Beschäftigung gewöhnen. Der Rückgang des Normalarbeitsverhältnisses ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis einer falschen Arbeitsmarktpolitik", erklärt Sabine Zimmermann zu einem aktuellen Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum Normalarbeitsverhältnis.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter: "Wenn prekäre Beschäftigung nicht zur Regel werden soll, brauchen wir dringend einen Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik: weg vom Lohndrückerprogramm Hartz IV, hin zu einem gesetzlichen Mindestlohn, zur Gleichbezahlung von Leiharbeitern und zur Umwandlung von Minijobs in reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Das wäre ein wichtiger Schritt, um gute und sichere Arbeit zu stärken.


Prekäre Beschäftigung ist ein Problem für die Beschäftigten und wie für die Gesellschaft als Ganzes. Für den Einzelnen verhindert unsichere und schlecht bezahlte Arbeit eine vernünftige Lebensplanung.

Die Gesellschaft trägt die Lasten, wenn diese Billigjobs mit Milliarden Steuergeldern subventioniert werden.


Angesichts des bevorstehenden 100. Internationalen Frauentages sollten wir nicht vergessen, dass insbesondere Frauen unter prekären Beschäftigungsverhältnissen leiden.

In weiblich geprägten Branchen wie dem Einzelhandel oder dem Gesundheits- und Sozialwesen gibt es besonders viele befristete Arbeitsplätze und Minijobs."

     

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Leiharbeiter und befristet Beschäftigte fühlen sich weniger in die Gesellschaft integriert



»» Information 0237 | 002 | 4 März 2011 ««

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte fühlen sich weniger in die Gesellschaft integriert als Festangestellte.



Arbeitslose empfinden sich aber noch häufiger als ausgeschlossen, ermittelte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer repräsentativen Umfrage.


Verglichen mit Leiharbeitern fühlen sich befristet Beschäftigte etwas besser integriert. Das Teilhabe-Empfinden von Selbstständigen ist am stärksten ausgeprägt, knapp gefolgt von dem der unbefristet Beschäftigten.


Leiharbeiter und befristet Beschäftige sind nicht nur einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko und einer größeren Planungsunsicherheit ausgesetzt, sondern erhalten oft auch niedrigere Löhne und haben weniger Weiterbildungschancen als ihre festangestellten Kollegen. Diese objektiven Benachteiligungen finden sich in den subjektiven Wahrnehmungen von Leiharbeitern und befristet Beschäftigten wieder, zeigt die IAB-Studie.


Ihre Ergebnisse untermauern die Annahme, dass Erwerbstätigkeit mit dem Gefühl sozialer Teilhabe Hand in Hand geht. "Eine stabile Integration in den Arbeitsmarkt gilt als wesentliche Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe", schreiben die Arbeitsmarktforscher.

Zum einen schaffe der Lohn die materielle Grundlage für die Teilhabe. Zum anderen biete Erwerbsarbeit die Chance, soziale Kontakte und Netzwerke zu knüpfen.

Allerdings zeigen sich zwischen den Beschäftigungsformen große Unterschiede im Teilhabe-Empfinden, berichtet das IAB.


So fühlen sich vormals Arbeitslose durch die Aufnahme einer befristeten Beschäftigung oder einer Leiharbeits-Tätigkeit zwar besser in die Gesellschaft integriert als diejenigen, die arbeitslos bleiben. Die Verbesserung fällt im Vergleich mit denjenigen, die eine unbefristete Beschäftigung finden, jedoch deutlich geringer aus.


Ostdeutsche fühlen sich über alle Beschäftigtengruppen hinweg von der Gesellschaft eher ausgeschlossen als Westdeutsche. In der Gruppe der Leiharbeiter ist der Unterschied zwischen Ost und West am deutlichsten. Neben dem besonders hohen Maß an Beschäftigungsunsicherheit könnte die geringe Entlohnung der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche in Ostdeutschland eine Rolle spielen, vermuten die Arbeitsmarktforscher.

Im März 2010 mussten dort 13,4 Prozent ihren Lohn mit Arbeitslosengeld II aufstocken, weil er nicht zum Leben reichte. In Westdeutschland waren es 10,9 Prozent.

Die IAB-Studie: http://doku.iab.de/kurzber/2011/kb0411.pdf

IAB-Infoplattform: Armut, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Teilhabe

Armut wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden und die Partizipationschancen der Betroffenen aus. Stabile Arbeitsmarktintegration gilt demgegenüber als eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.

Diese Infoplattform stellt Nachweise zur Frage zusammen, welchen Einfluss Armut und Beschäftigungsunsicherheit auf die soziale Integration haben.

     

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Newsquelle: http://www.iab.de/
 


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Das Normalarbeitsverhältnis ist kein Auslaufmodell



»» Information 0238 | 003 | 4 März 2011 ««

Leiharbeit, befristete Beschäftigung und andere sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen weiterhin zu, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am 03.03.2011 auf einer Pressekonferenz in Berlin.



Dennoch sei das Normalarbeitsverhältnis kein Auslaufmodell. Noch immer sei eine sozialversicherungspflichtige, unbefristete Vollzeitbeschäftigung außerhalb der Leiharbeit der Regelfall.


IAB-Direktor Joachim Möller betonte: "Die Arbeitswelt driftet auseinander". Es gebe mehr Leiharbeiter, mehr Teilzeit, mehr befristete Beschäftigungsverhältnisse. Dennoch habe sich die durchschnittliche Beschäftigungsdauer kaum verändert und liege immer noch bei rund zehn Jahren.

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer erfreue sich weiterhin langer Betriebszugehörigkeiten und stabiler Arbeitsplätze.


Umso stärker werde der Kontrast aber von denen empfunden, deren Beschäftigungsverhältnisse mit einer höheren Unsicherheit verbunden sind. So seien in der Leiharbeit die Beschäftigungsdauern in der Regel nur sehr kurz.

Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse ende nach weniger als drei Monaten. Zudem hätten die Leiharbeiter einen Lohnnachteil von rund 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Kollegen der Stammbelegschaften.

Auch die befristete Beschäftigung habe deutlich zugenommen: "Vor zehn Jahren war weniger als jede dritte Neueinstellung befristet, mittlerweile ist es fast jede zweite."


IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei sagte: "Das Normalarbeitsverhältnis ist nicht mehr so dominierend wie früher, es ist zudem anders als früher – aber es ist kein Auslaufmodell." In den letzten Jahren sei die Beschäftigung in vielerlei Hinsicht flexibler geworden. Und so sehe auch das sogenannte Normalarbeitsverhältnis mittlerweile anders aus als noch vor zwanzig Jahren.

Gerade die jüngste Wirtschaftskrise habe gezeigt, dass in Deutschland heute verschiedene Elemente der Normalarbeit viel stärker mit der Konjunktur atmen als früher: Tarifverträge sehen flexible Entlohnungs- und Arbeitszeitkomponenten vor, Betriebe vereinbaren mit ihren Belegschaften Arbeitszeitkonten sowie beschäftigungssichernde Maßnahmen im Krisenfall, und bei starken Nachfrageeinbrüchen wird die Kurzarbeit genutzt, um gut eingearbeitete und motivierte Arbeitskräfte zu halten.


Die Arbeitsmarktforscherin Stefanie Gundert präsentierte neue Befragungsergebnisse des IAB, aus denen hervorgeht, dass sich Leiharbeiter und befristet Beschäftigte weniger in die Gesellschaft integriert fühlen als Festangestellte.

Arbeitslose empfinden sich aber noch häufiger als ausgeschlossen. Verglichen mit Leiharbeitern fühlen sich befristet Beschäftigte etwas besser integriert. Das Teilhabe-Empfinden von Selbstständigen ist am stärksten ausgeprägt, knapp gefolgt von dem der unbefristet Beschäftigten.


"Eine stabile Integration in den Arbeitsmarkt gilt als wesentliche Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe", erläuterte Gundert.

Die Befragungsergebnisse würden die Annahme untermauern, dass Erwerbstätigkeit mit dem Gefühl sozialer Teilhabe Hand in Hand gehe.

Weitere Informationen zur IAB-Studie "Soziale Teilhabe ist eine Frage von stabilen Jobs": http://www.iab.de/presse/kb0411.

Zahlen zum Thema "Auslaufmodell Normalarbeitsverhältnis?": www.iab.de/presse/030311z.

O-Töne von der Pressekonferenz in Berlin stehen unter www.iab.de/audiodienst zum Download bereit.

     

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Newsquelle: http://www.iab.de/
 


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